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Schleichen, schwitzen, laden

Würselen, im September 2016: Wenn es Volkswagen nicht in großer Schrift aufgeklebt hätte, würde wohl keiner den E-Golf als Elektrofahrzeug erkennen. Dies und die besonders leise Art der Fortbewegung sind neben einem angenehmen Fahrverhalten seine stärksten Eigenschaften. Seit etwas mehr als einem Jahr ist der ComNet E-Golf nun auf den Straßen der Euregio unterwegs – Zeit, ihm einen Fahrbericht zu widmen.


Ein leises Knirschen des Rollsplitts auf der Straße: Das ist das einzige Geräusch, das vom E-Golf zu hören ist, wenn er mit einem Elektroantrieb ausgerüstet daherkommt. In großen blauen Lettern haben die Wolfsburger deshalb auf den Kühlergrill und die Kofferraumklappe seinen Namen geschrieben: E-Golf steht da, und weil der E-Golf zumindest optisch an kaum etwas anderem zu erkennen ist, dreht sich auch kaum jemand auf der Straße nach ihm um. Und wenn, dann erschrocken, denn der E-Golf pirscht sich auf leisen Sohlen an seine Opfer heran und lässt sie zusammenzucken, wenn er plötzlich neben ihnen auftaucht.


Reichweite pendelt sich bei 100 bis 120 Kilometer ein
Der E-Golf ist ausschließlich viertürig und mit der Spitzenausstattung Comfortline im Angebot. Außerdem sind LED-Frontscheinwerfer grundsätzlich an Bord, weil die einen geringeren Energiebedarf haben als Xenon-Lampen. Genau wie das Navigationssystem, das immer den Weg zu den nächstgelegenen Ladestationen weiß. Die sollte man nach spätestens 190 Kilometer Fahrstrecke erreicht haben, sagt VW. In der Praxis pendelt sich die Reichweite eher bei 100 bis 120 Kilometer ein. Dann muss eine halbe Stunde Pause eingelegt werden, um den Lithium-Ionen-Akku an einem Gleichstromanschluss zu 80 Prozent zu füllen. An einer Haushaltssteckdose mit 230 Volt dauert das bis zu 13Stunden. Mit der Wallbox, die 3,6 kW liefert und vom Fachmann je nach Einbauort und Anschlussmöglichkeiten für 1000 bis 1200 Euro in der heimischen Garage montiert wird, vergehen rund 8 Stunden, bis die Batterie ganz geladen ist. Sinnvoll ist die automatische Verriegelung des Steckers beim Ladevorgang, wenn der Wagen abgeschlossen wird. Dem überhasteten Start steht eine weitere Schutzschaltung entgegen. Solange das Ladekabel angeschlossen ist, lässt sich der E-Golf nicht anfahren.
Der Akku ist voll, steigen wir ein und freuen uns auf das Fahrerlebnis. Der Motor wird gestartet, außer einem leisen „Pling“ ist kein Laut zu hören und groß zeigt das Kombiinstrument neben dem Tacho die Reichweite an. Wohl die wichtigste Information des Bord-Computers. Ein zusätzliches Econometer zeigt an, wie viel Strom aus dem Schwung per sogenannter Rekuperation zurückgewonnen wird. Dann nimmt der fast 1,6 Tonnen wiegende Elektro-Golf Fahrt auf – und das sogar ganz flott: In 10,4 Sekunden schafft er den Sprint von 0 auf 100km/h. Nicht ganz so schnell, aber durchaus zügig zählt die Reichweitenanzeige die Fahrstrecke herunter. Ein lässiger Spurt kostet gut fünf Kilometer; schnell wird es dem Fahrer mulmig, bangt er doch, sein Ziel nicht zu erreichen. Denn andere energiezehrende Ereignisse könnten eintreten. Ein Regenguss etwa, der den Scheibenwischerbetrieb erfordert, der ja auch elektrisch arbeitet. Oder ein Stau, gar eine Vollsperrung, die es zu umfahren gilt. Die Routenplanung erfährt im Elektroauto eine völlig neue Qualität.
Sogar den Betrieb der Klimaanlage sollte man an einem heißen Sommertag besser einstellen, da die angegebene Kilometerzahl schneller schrumpft als die Strecke zum Ziel. Wer ankommen will, muss im Elektroauto auch mal schwitzen – oder im Winter eine dicke Jacke anziehen.


Angenehmes Fahrverhalten
Durch das Gewicht des im Wagenboden eingebauten Akkus liegt der Schwerpunkt des E-Golf tief, was zu angenehmem Kurvenverhalten führt. In Kurven verhält sich dieser Golf fast wie jeder andere, manchmal vielleicht mit einem etwas schweren Tritt. Das anschließende Beschleunigen macht Freude, weil es der Golf leise und mit großem Durchzugsvermögen erledigt. Besser noch als mit einem Doppelkupplungsgetriebe bringt keine Unterbrechung der Zugkraft Unruhe in den Wagen, der Fahrer kann sich allein aufs Lenken konzentrieren.
Der Federungskomfort steht dem der konventionell motorisierten Golf-Versionen nicht nach. Kurze Stöße schluckt sie mühelos, Wellen bringen sie nicht aus der Ruhe, was wiederum dem Fahrverhalten zugutekommt. Die Geräuschdämmung im Innenraum erfreut ebenfalls, zusammen mit dem Schweigen des Antriebs wird gerade die Fahrt durch die Stadt zu einem Erlebnis der angenehmeren Art.
Für kurze Entfernungen, gerade im Stadtverkehr, eignet sich der somit E-Golf hervorragend und es macht wirklich Spaß mit Ihm durch den Verkehr zu schleichen. Die Zukunft wird zeigen, ob durch eine größere Akkuleistung auch weitere Strecken ohne Lade-Stopp möglich sind. Bis dahin bleibt der E-Golf ein kostspieliges Spielzeug.

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